"Die Pforten der Hölle werden den Felsen nicht überwältigen"
Verkündigungsbrief vom 17.07.1988 - Nr. 27 - Mt 16,18c (16. Sonntag im Jahreskreis)
Glaubensbrief - Sonderblatt Nr. 27-1988
- Der Name des Verfassers (Katholischer Priester) wird zum Schutz seiner Persönlichkeit nicht bekanntgegeben -
Glaubensbrief - Sonderblatt Nr. 27-1988
- Der Name des Verfassers (Katholischer Priester) wird zum Schutz seiner Persönlichkeit nicht bekanntgegeben -
Im Evangelium des Tages ist die Rede von den Schafen, die keine Hirten haben. Jesus hat Mitleid mit ihnen, weil die Hirten Israels versagen und die ihnen anvertraute Herde nicht zum wahren Messias führen, sondern von ihm fernhalten.
Verblendete Hirten lassen die Schafe sich verlaufen. Sie irren in der Gegend umher und zerstreuen sich. Sie verlieren sich in eine gottfeindliche Welt hinein und werden zugrundegerichtet. Dazu passt die Lesung des Tages aus dem Buch Jeremias (23,1- 6), aus der hervorgeht, dass Gott selbst die zersprengten Schafe herbeiruft und sammelt. Er will den Rest derer, die noch gläubig geblieben sind, zusammenführen. Mit den bisherigen versagenden Hirten kann er sie aber nicht gewinnen. Er wird neue Hirten einsetzen, die sich ohne Angst und Furcht für ihre Schafe einsetzen und keines verlorengehen lassen.
Das war damals im Judentum der Fall, als die Führenden den göttlichen Messias verkannten und damit auch gegenüber der Herde versagten. Sie verneinten das Werk Jesu Christi und stellten sich damit gegen das Reich Gottes am Übergang vom alten, vergänglichen zum neuen und ewigen Bunde.
- Großteile der heutigen katholischen Hierarchie machen nun den Fehler, das, was die Gottesmutter in völliger Einheit mit ihrem Sohn unternimmt, um den neuen Bund zu beleben in den Seelen, totzuschweigen oder direkt und indirekt zu bekämpfen. Die damalige Blindheit stand im Zeichen des Gesetzes, das alles wahre Leben tötete. Die derzeitige Verblendung steht unter dem Vorzeichen der Wissenschaft, die den wahren Glauben aushöhlt oder aushöhlen lässt, ohne etwas dagegen zu unternehmen.
Wir haben immer noch keinen offiziellen und für alle verbindlichen Katechismus, nachdem man unklugerweise den Grünen eingestampft hat. Viele Hirten reden, wo sie schweigen und schweigen, wo sie unbedingt reden müssten. Dabei spielt sich der Kampf gegen die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche längst innerhalb der Kirche ab. So lehnt man ihre göttliche Stiftung und Gründung durch Christus ab.
- Josef Blank etwa leugnet, dass der vorösterliche, geschichtliche Jesus die Kirche gewollt und gestiftet hat. Nach Dautzenberg und Conzelmann beginnt die Geschichte der Kirche aber nicht erst nach dem Tode Jesu, sondern während seines historischen Wirkens. Dazu gehören die Einsetzung der zwölf Apostel und die Bestimmung des Petrus zum Oberhaupt der Kirche, die zur Mission der Völker bestimmt ist.
- Auch die Heilsnotwendigkeit der Kirche, in der der Auferstandene sein Leben und Wirken zum Heil der Menschen fortsetzt, wird geleugnet oder abgeschwächt. Die Heiden und Nichtchristen werden in einer Art und Weise demgegenüber aufgewertet und hochgejubelt, daß die Absolutheit und Heilsnotwendigkeit der Kirche dabei im Bewusstsein der Gläubigen stirbt. Das ist unbiblisch und offenbarungsfeindlich. Hier wird von Leuten wie Walbert Bühlmann die Einzigartigkeit der christlichen Religionen, der kath. Kirche nivelliert und eingeebnet. Der Unterschied zwischen Wahrheit und Irrtum schwindet. Die Rede Karl Rahners vom anonymen Christen, der in Wahrheit ein Heide ist, führt in die gleiche Richtung. Es ist eine Wischi-WaschiIdeologie, nicht mehr kath. Theologie, was hier behauptet wird.
Nach dem Schisma von Econe müssen Papst und Kirche in diesem Punkt klarer und deutlicher den Unterschied zwischen Glaube und Unglaube, Christentum und Heidentum herausstellen und öffentlich bekennen. Auch dem Judentum muss man sein entscheidendes Versagen gegenüber dem wahren Messias Jesus Christus vorhalten dürfen, da hier der Schlüssel zum Verständnis seiner Geschichte liegt. Der Graben zwischen Gnade und Sünde, zwischen Glaube und Unglaube darf nicht geleugnet werden. Es gibt den irrigen Gewissensanspruch und es gibt falsche Religionen.
* Die Leichtfertigkeit, mit der man heute in der Kirche jedem Nichtchristen das ewige Heil zusichert, ist erschreckend. Deswegen ist der Missionseifer verebbt! Die falsche Toleranz wird zum Totentanz!
Wir dürfen den absolut wahren Glauben nicht relativieren, sonst löst sich das Christentum selbst auf.
> Wir müssen alles tun, damit die orthodoxen Christen zum Papsttum zurückkehren. Wir dürfen nichts unterlassen, unsere protestantischen Brüder und Schwestern zu eucharistischen, marianischen und papsttreuen Christen werden zu lassen.
Nur so will der Hl. Geist die Wiedervereinigung verwirklichen. Alles andere ist Illusion und Fehlurteil.
Sie müssen zum Felsen Petri zurückkehren, zum obersten irdischen Hirten der Gesamtherde. Das verlangt die Aussage der Bibel.
- Die bekannte Stelle der Primatsverheißung Mt 6, 18 c besagt: „Die Pforten der Hölle werden sie (die Kirche) nicht überwältigen“. Grammatikalisch kann man das lateinische eam aber auch auf petram beziehen. Dann hieße die Stelle: „Die Pforten der Hölle werden ihn (den Fels) nicht überwältigen“.
- Das drückt noch deutlicher und klarer aus: Der ewige Bestand der Kirche ist nur dadurch gesichert, daß Satan mit seinen Dämonen den Fels, auf dem das Haus der Kirche erbaut ist, niemals bezwingen kann. Weil das Felsenfundament bleibt, geht auch jene Kirche nicht unter, die sich auf ihm erhebt.
Dieser Logik der neutestamentlichen Aussage müssen und werden sich alle Christen beugen.
- Orthodoxe und evangelische Christen sollen konvertieren und die Anhänger Lefebvres revertieren, um sich glaubhaft diesem Wort Gottes zu unterstellen, das in seiner Bedeutung gar nicht überschätzt werden kann.
Ohne Petrusamt ist Christentum immer auf Sand gebaut. Die Geschichte treibt es in alle Windrichtungen, auch wenn es jahrhundertelang Bestand hatte. Jede Abspaltung von der kath. Kirche ist Unrecht. Der Heilige Geist nimmt sie nicht hin, weil er in die ganze, ungeteilte Wahrheit einführt und sich nie mit einem Teil davon zufrieden gibt. Die eine, wahre Kirche ist der Mund Gottes. Sie vermittelt uns seine Offenbarung und schenkt der Welt die Wahrheit, die sie braucht.
* Jede Abspaltung ob links oder rechts, ist letztlich ein Werk Satans.
Der Papst ist und bleibt für alle Zeit der Stellvertreter und Statthalter Christi auf Erden für alle Christen. Die Petrusnachfolger bleiben personales, immerwährendes Fundament der Kirche. Wer diese Position des jeweiligen Papstes nicht anerkennt, kämpft gegen die Kirche Jesu Christi und macht sich objektiv schwer schuldig und verliert jede Sicherheit im verbindlichen Glauben. Ob Theologen oder Bischöfe, ob Kardinäle, Priester oder Ordensleute: Jeder kippt um, wenn er sich vom Petrusdienst abseilt. Trennt er sich vom unfehlbaren Hüter der Wahrheit, dann kommt er zu Fall. Er lässt sich von Satan täuschen und trägt zur innerkatholischen Spaltung bei, die weit vorangeschritten ist, worüber die Dämonen sich freuen.
- Bei einem Besessenheitsfall mit Exorzismen zwischen Mitte 1975 und 1977 haben Dämonen die Autorität von Johannes Paul I und Johannes Paul II in Frage gestellt, indem sie das Märchen auf brachten, Paul VI. lebe noch und werde in Rom gefangen gehalten. Er sei also noch im Amt und seine beiden Nachfolger seien Usurpatoren. Seit 1975 sei sogar ein Kardinal an Stelle von Paul VI. in der Öffentlichkeit aufgetreten.
Mit solchen Lügen haben die Dämonen eine Reihe von frommen Gläubigen hinters Licht geführt und die Autorität der beiden genannten Päpste untergraben wollen.
> Interessant, dass genau während dieser Zeit, am 22. August 1976, die Gottesmutter die rechte Antwort darauf gab, als sie zu Don Gobbi sagte: „Der Satan macht euch weis, der Papst verrate die Wahrheit, und so zerstört Satan das Fundament, auf dem die Kirche steht, und durch dessen Festigkeit in allen Jahrhunderten die Wahrheit unverfälscht bewahrt bleibt.“
Lassen wir uns also nicht durch die gefährliche List und gerissene Intelligenz der bösen Schlange ins Bockshorn jagen. Er ist und bleibt der Vater der Lüge. Es ist falsch, wenn man meint, er müsse bei einem Exorzismus auch dann die Wahrheit sagen, wenn ihm Fragen gestellt werden, die über den Rahmen der vorgeschriebenen Fragen im römischen Ritual hinausgehen. Dafür gibt es keine Garantie, wie der genannte Fall beweist.
Lassen wir uns nicht vom Vater der Lüge betrügen. Jesus hat bei seinen Exorzismen das Zeugnis der Dämonen abgelehnt und sie kurzerhand abgefertigt und ausgetrieben: „Schweig still und fahre aus!“ Die menschliche Neugier der Exorzisten und Mithelfer wird zur gefährlichen Falle.
Jede Leichtgläubigkeit bringt auf Abwege. Sich mit Satan auf einen Dialog einlassen, ist gefährlich. Er ist uns Menschen überlegen an Geist und Verstand. Er kann uns schnell aufs Glatteis legen. Hände weg von Spielen, die immer ein bitteres Ende haben. Beten wir für die Hirten der Kirche, dass sie eucharistisch, marianisch und papsttreu bleiben und in aller Nüchternheit und Sachlichkeit vom Heiligen Geist erleuchtet durch die Fürbitte seiner unbefleckten Braut die Kraft erlangen, die ihnen anvertrauten Gläubigen auf die gute Weide zu führen.
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